Giro-Held Isaac del Toro siegt in St. Johann/Alpendorf
Zweiter Tag der Tour of Austria, zweiter Tagessieg für das UAE-Team. Der Giro-Zweite Isaac del Toro holte sich am schweren Schlussanstieg nach St. Johann/Alpendorf den Triumph. Sein Teamkollege Felix Großschartner verteidigte als Vierter seine Gesamtführung. Neben Marco Schrettl fuhr auch Emanuel Zangerle, der neue Träger des Bergtrikots, wieder stark.
Die zweite Etappe der Tour of Austria wurde heute zum ersten Mal in der Tourgeschichte in der Sportstadt Bischofshofen gestartet, während St. Johann/Alpendorf bereits zum 16. Mal Etappenziel war. Bei Regen wurde gestaret, es ging durch die schönsten Regionen des Tennengaus und Pongaus Über 142,1 Kilometer und 1.677 Höhenmeter. Spannend wurde es bereits kurz nach dem Start, als sich Emanuel Zangerle vom Team Vorarlberg die erste Bergwertung in St. Martin am Tennengebirge sichern konnte. Damit schlüpfte der aktivste Fahrer von gestern virtuell ins Mautner Markhof-Bergtrikot. Danach, kurz vor der Sprintwertung Annaberg nach 26 Kilometern, bildete sich die fünfköpfige Spitzengruppe des Tages. Und das Team Vorarlberg präsentiert sich erneut in Angriffslaune, denn mit Alexander Konychev und Daniel Geismayr waren gleich zwei Profis vertreten. Während der Vorsprung bis zur ersten Durchfahrt in Bischofshofen auf über zwei Minuten angewachsen war, begannen im Feld vor allem die Teams um den Gesamtführenden Felix Großschartner, UAE Team Emirates XRG, und Lidl-Trek mit der Verfolgungsarbeit. Nach der zweiten Bergwertung Grubhöhe ging es schnell, als sich der Rückstand bei einer Minute einpendelte.
Giro-Held triumphiert im Alpendorf
Nach der letzten Durchfahrt durch Bischofshofen mit der letzten Sprintwertung 13 Kilometer vor dem Ziel ging es ins große Finale. Es kam zum Sekundenkrimi. Erst vier Kilometer vor dem Ziel, kurz vor dem Schlussanstieg mit 1,9 Kilometern Länge und 6,3 Prozent Steigung ins Alpendorf, wurden die Spitzenfahrer gestellt. Damit war die rund 120 Kilometer lange Flucht kurz vor dem Finish zu Ende. Auf dem schweren Schlussanstieg ins Alpendorf sah es bis kurz vor dem Ziel nach einem Etappensieg für UAE-Profi Alessandro Covi aus. Doch auf den letzten steilen Metern setzte sich der Giro-Zweite Isaac del Toro vor Andrew August (Ineos-Grenadiers) und Hector Alvarez von Lidl-Trek durch. Felix Großschartner wurde als bester Österreicher Vierter, Marco Schrettl vom Tirol KTM Cycling Team fuhr ebenfalls wieder stark und holte als zweitbester Österreicher Rang 13., Martin Messner von WSA KTM Graz wurde noch vor Lennard Kämna sensationell 15.
„Wir wollten Covi zum Sieg bringen, aber kurz vor dem Ziel ging er leider ein, dann ergriff ich meine Chance. Wir werden morgen wieder alles für Felix geben und ihn bis Feldkirch bringen“, sagt der Mexikaner, der angesprochen auf seine Form nach dem famosem Giro d’Italia meint: „Die Beine sind sehr gut, es läuft von Tag zu Tag besser.“ Übrigens, als Extrapreis bei der Siegerehrung bekam Isaac von Snowspace Salzburg-Vorstand Wolfgang Hettegger einen all-inclusive Skiurlaub überreicht.
Großschartner behauptet Gesamtführung
In der Gesamtwertung powered by Skoda liegt UAE-Profi Felix Großschartner, der auch in der Punktewertung der Österreichischen Lotterien vorne liegt, weiterhin in Führung. Zur heutigen Etappe sagte er: „Die Zielankunft im Alpendorf liegt mir gar nicht, dafür bin ich zu weniger Puncher. Leider habe ich um Zentimeter den dritten Platz und damit Bonussekunden verpasst. Für die nächsten Tage sind wir in bester Ausgangsposition. Entscheidend wird es morgen am Gaisberg und am Samstag am Kühtai.“ Der Oberösterreicher liegt neun Sekunden Rafal Majka und zwölf vor EF-Profi Archie Ryan. Dahinter liegt del Toro mit 16 Sekunden.
Zangerle holt Bergtrikot
Für eine weitere starke Leistung eines österreichischen Radprofis sorgte Emanuel Zangerle vom Team Vorarlberg. Der 24-Jährige trug heute das Trikot des aktivsten Fahrers und heute sicherte er sich das Bergtrikot. „Ich bin super happy, aber noch mehr Trikots sind vermutlich nicht mehr drin“, schmunzelte der Tiroler: „Ich bin nicht der ausgesprochene Bergfahrer, aber ich werde für die Wertung jetzt alles geben; auch wenn Astana ebenfalls darauf fährt.“
Morgen „Rock me Amadeus“ – Auffahrt Gaisberg
Eine Premiere bringt die morgige zweite Salzburg-Etappe, denn erstmals ist das Schloss Hellbrunn Startort in der Tourgeschichte. Seit 2017 ist die Stadt Salzburg wieder im Tourprogramm, während das Ziel am Gaisberg nach 1969 und 1973 zum dritten Mal befahren wird. Die dritte Tour-Etappe geht über 142,9 Kilometer und 2.752 Höhenmeter und wird um 11.22 Uhr auf einem roten Teppich im Schloss Hellbrunn gestartet. Es geht für die Radprofis Richtung Hallein ins Wiestal, dann nördlich über die 1. Bergwertung von Faistenau nach Fuschl, wo die nächsten Bergpunkte der 3. Kategorie vergeben werden. Nach der Sprintwertung in Plainfeld nach etwa 60 Kilometern warten noch zwei Schlussrunden über Hinterwinkl und Oberwinkl, wo nach 91 und 121 Kilometern beim Salzburg-Land-Meilenstein um Sprintpunkte gefahren wird. Unmittelbar nach Oberwinkl beginnt der finale Schlussanstieg auf den Gaisberg. Auf einer Länge von 7,5 Kilometern wartet eine durchschnittliche Steigung von 9,1 Prozent. Ab 14.40 Uhr wird der Etappensieger erwartet.